Unsere Gartenanlage
Mein Garten ist - wie die gesamte Kleingartenanlage - Teil des öffentlichen Grüns der Stadt Hildesheim. Er leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Stadtklima und zur Erholung der Stadtbewohner. Regelmäßig wird unsere Anlage von Spaziergängern aufgesucht. Diese und andere Besucher sind immer willkommen.
Ein friedliches Miteinander ist für uns selbstverständlich.
Mitmachen bei den Gartenfreunden Berggarten e. V.
Jede Pächterin und jeder Pächter ist gleichzeitig Mitglied unseres Vereins. Gemeinschaft lebt vom Mitmachen – bei der Arbeit in der Anlage genauso wie bei gemeinsamen Aktivitäten.
Gemeinschaftsarbeit
In unserer Anlage gibt es regelmäßig Arbeiten, die gemeinsam erledigt werden. Die Gemeinschaftsarbeit findet jeden zweiten Samstag im Monat unter Anleitung der Gartenfachberatung statt. Die Informationen werden per Aushang und Rundbrief bekannt gegeben.
Pro Jahr sind Gemeinschaftsarbeit zu leisten. Die geleisteten Stunden werden mit der Pacht verrechnet.
Bitte festes Schuhwerk und eigene Gartenhandschuhe mitbringen.
Vorstandsarbeit
Auf der jährlichen Mitgliederversammlung werden die Ämter im 2-Jahres-Rhythmus neu gewählt. Wer mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann sich für ein Vorstandsamt zur Wahl stellen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – eine Einarbeitung und bei Bedarf Schulungen sind möglich. Wer neu im Amt ist, übernimmt nach und nach neue Aufgaben und kann den erfahreneren Vorstandsmitgliedern über die Schulter schauen.
Wer darüber nachdenkt, ein Amt zu übernehmen, wird gebeten, mit dem Vorstand Kontakt aufzunehmen. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Kommt bitte in die Vorstandssprechstunde oder vereinbart einen Termin mit uns.
Mitgestalten
Neben dem Vorstand gibt es bei uns verschiedene Teams und Gruppen, die sich um unsere Anlage und das Vereinsleben kümmern. Sie freuen sich jederzeit über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter!
🎉 Event-Team
Das Event-Team organisiert unsere Feste und freut sich über kreative Ideen und helfende Hände.
Treffen: jeden letzten Freitag im Monat um 18:00 Uhr im Vereinsheim.
💪 Club der starken Männer
Hier wird angepackt, wenn besonders schwere Arbeiten anstehen – zum Beispiel beim Rückbau baufälliger Lauben. Die Gruppe kommt bei Bedarf zusammen.
💧 Wasserteam
Das Wasserteam kümmert sich im Herbst um den Abbau und im Frühjahr um den Einbau der Wasseruhren. Die Gruppe wird vom Wasserwart koordiniert.
🍎 Streuobstwiese
Auch für unsere Streuobstwiese möchten wir ein kleines Team aufbauen. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen! Weitere Informationen folgen.
Gemeinsam Zeit verbringen
Von April bis Oktober gibt es einmal im Monat ein gemütliches Kaffeetrinken in einem unserer Gärten. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich eingeladen. Ein blaues Schild am Gartentor zeigt den Weg.
Unser Frauentreff findet jeden 3. Freitag im Monat ab 17:00 Uhr auf der Streuobstwiese statt. Wer etwas später kommt, ist natürlich genauso herzlich willkommen!
Wir freuen uns auf Euch!
Streuobstwiese
Unsere Streuobstwiese entstand aus einem besonderen Kapitel der Vereinsgeschichte.
2008 sollte die Gartenanlage als Bauland ausgewiesen werden. Der Verein setzte sich gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Moritzberg für den Erhalt des Berggartens ein – mit Erfolg.
Aus diesem Engagement entstand der Wunsch, den Verein ökologischer auszurichten und stärker mit dem Stadtteil zu verbinden. Eine erste Umsetzung war die Streuobstwiese im Herzen unserer Anlage.
Auf einer Fläche von rund 1.231 m² wurden in Zusammenarbeit mit der Waldorfschule erste Obstbäume gepflanzt. Unterstützt wurde das Projekt durch eine Förderung der BINGO-Umweltlotterie.
Auch heute ist die Streuobstwiese ein wichtiger Bestandteil unserer Anlage. Hecken und eine Benjeshecke bieten zusätzlichen Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere.
Die Streuobstwiese ist damit nicht nur ein Stück Natur mitten im Berggarten, sondern auch ein Beispiel dafür, was gemeinsames Engagement bewirken kann.
Tag der offenen Gartenpforte
Einmal im Jahr öffnet unsere Streuobstwiese im Juni im Rahmen der Tage der offenen Gartenpforte ihre Türen.
Wenn die Stauden blühen und die Wiese in voller Pracht steht, laden wir zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen ein. Eine schöne Gelegenheit, unsere Streuobstwiese kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und ein Stück Natur mitten im Berggarten zu genießen.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Apfelfest
Seit 2014 feiern wir jedes Jahr unser Apfelfest auf der Streuobstwiese. Gefeiert wird am 3. Oktober im Rahmen der Hildesheimer Streuobsttage.
Bei Kaffee und Apfelkuchen, netten Gesprächen und herbstlicher Atmosphäre dreht sich alles um die Streuobstwiese und ihre Früchte. Die Einnahmen und Spenden fließen direkt in den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Streuobstwiese.
Wir freuen uns über viele Besucherinnen und Besucher!
Wildbienenprojekt
Unsere Streuobstwiese ist auch ein Zuhause für zahlreiche Wildbienen und andere Insekten. Seit 2016 setzen wir uns mit unserem Wildbienenprojekt gezielt für ihren Schutz ein.
Gemeinsam mit einem örtlichen Wildbienenexperten wurden verschiedene Lebensräume und Nahrungsangebote geschaffen – darunter Nisthilfen, Sandflächen, Totholz und bienenfreundliche Stauden.
Heute wird das Projekt von Gartenfreundin Marie Hilgenfeld betreut.
So wird unsere Streuobstwiese zu einem kleinen, wertvollen Refugium für die heimische Insektenwelt.
Ein Garten für die Natur
Der eigene Garten ist Erholungsort und gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Mit einer naturnahen Bewirtschaftung lässt sich beides miteinander verbinden.
Die Gartenordnung der Stadt Hildesheim fordert eine biologische Bewirtschaftung der Kleingärten. Auch wir als Gartenfreunde Berggarten möchten dazu beitragen. Unsere Streuobstwiese zeigt, wie wertvoll naturnahe Flächen für die Artenvielfalt sein können.
Bei der Entwicklung unserer naturnahen Projekte konnten und können wir auf die Unterstützung verschiedener Fachleute und Organisationen zählen – unter anderem auf den NABU, den Wildbienenexperten Herrn Ingelmann und den Gartenbaulehrer der Waldorfschule Herrn Heisig.
Naturnahes Gärtnern
Naturnahes Gärtnern bedeutet vor allem, den Garten als Teil der Natur zu verstehen und mit ihr zu arbeiten – statt gegen sie.
Dazu gehört, möglichst auf Kunstdünger, chemische Pestizide und Herbizide sowie Essig und Salz zur Unkrautbekämpfung zu verzichten. Auch beim Einsatz von Plastik lohnt sich ein bewusster Umgang, um unnötigen Müll und Mikroplastik zu vermeiden.
Sogenannte Beikräuter gehören zum natürlichen Garten dazu. Statt sie großflächig zu bekämpfen, können wir sie an vielen Stellen einfach wachsen lassen. Junge Pflanzen und Setzlinge lassen sich bei Bedarf vorsichtig mit der Harke von zu starker Konkurrenz befreien.
Im Mittelpunkt steht die Förderung gesunder und kräftiger Bäume, Blumen, Obststräucher und Gemüsepflanzen. Dabei helfen natürliche Methoden wie:
- Kompost und gut abgelagerter Mist
- Brennnesseljauche
- Mischkultur
- Mulchen mit Gras- und kleinem Strauchschnitt
Eine Mulchschicht schützt den Boden, hält Feuchtigkeit und kann das Aufkommen von Beikräutern eindämmen.
Auch im Winter sollte der Boden möglichst bedeckt bleiben. Wintergemüse und Gründüngung schützen und beleben den Boden. Sind die Beete bereits leer, kann man sie alternativ mit Strauchschnitt abdecken. So bleibt der Boden geschützt und bekommt gleichzeitig organisches Material zurück.
Tier- und Artenschutz
Ein naturnaher Garten bietet nicht nur uns Menschen Freude, sondern auch Vögeln, Insekten, Igeln und vielen anderen Tieren Nahrung und Schutz.
Der NABU lädt zweimal im Jahr zur „Stunde der Gartenvögel“ ein. Dabei werden die Vögel im eigenen Garten beobachtet und gezählt. Solche Aktionen zeigen, wie vielfältig unsere heimische Tierwelt ist – und wie wichtig geeignete Lebensräume sind.
Mit einfachen Maßnahmen können wir Tiere im Garten unterstützen:
- Nistkästen für Vögel aufhängen
- Futter- und Wasserstellen anbieten
- Laub- und Totholzhaufen als Verstecke und Lebensräume anlegen
- Hecken und Benjeshecken als Schutz- und Rückzugsräume schaffen
- Stauden über den Winter stehen lassen
- Wildbienen-Nisthilfen anbieten
- heimische, bienen- und insektenfreundliche Pflanzen setzen
- mit einer möglichst langen Blühzeit vom Frühling bis in den Herbst für ein kontinuierliches Nahrungsangebot sorgen
- Steinhaufen und liegendes Totholz als weitere Lebensräume nutzen
Ein bisschen Unordnung darf sein
Besonders hilfreich ist eine tolerante Haltung gegenüber unseren heimischen Gartenbewohnern. Nicht jeder Winkel muss ordentlich und aufgeräumt sein. Ein Bereich mit Laub, abgestorbenen Pflanzen oder Totholz kann für Tiere wertvoller sein als ein perfekt gepflegtes Beet.
So entsteht Raum für Insekten, Vögel, Igel und viele andere kleine Gartenbewohner.
Auch bei der Auswahl der Pflanzen lohnt sich Vielfalt: Heimische Wildpflanzen und eine möglichst lange Blütezeit bieten vielen Insekten Nahrung. Dabei sollte auch auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Honigbienen und Wildbienen geachtet werden, da beide auf ein ausreichendes Blütenangebot angewiesen sind.
Igel im Berggarten - Wildtier des Jahres 2024
In Deutschland nimmt die Anzahl der Igel kontinuierlich ab. Die Tiere finden immer weniger Nahrung und geeignete Unterschlupfmöglichkeiten. Versiegelte Flächen und aufgeräumte Gärten erschweren das Überleben der Igel. Um auf ihre gefährdete Lage aufmerksam zu machen, wurde der Braunbrustigel zum Wildtier des Jahres 2024 gewählt.
Auch im Berggarten leben etliche Igel, was sehr erfreulich ist. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten mussten jedoch immer wieder zu leichte und kranke Tiere gesichert werden. Diese Bemühungen waren aber von großem Erfolg gekrönt: In letzten Frühjahr konnten rund 15 Igel wieder gesund im Berggarten ausgewildert werden!
Igel Merlin wurde im Januar schwer krank im Berggarten gesichert und konnte nach Behandlung und erfolgreichem Winterschlaf im Mai wieder gesund ausgewildert werden.
Mit diesen einfachen Tricks können wir die Igel im Berggarten unterstützen
1. Gefahren beseitigen:
Rasenmäher und Rasentrimmer stellen oft eine tödliche Gefahr für Igel dar. Igel flüchten nicht bei Gefahr, sondern rollen sich zusammen. Zudem haben Igel ihren Schlafplatz in Sträuchern, Hecken und hohem Gras.
- Bevor Sie den Rasen mähen, laufen Sie die Fläche vorher ab! Bitte mähen Sie auch niemals einfach so ins hohe Gras, sondern kontrollieren Sie vorab, z.B. mit einer Harke, ob sich dort Igel oder andere Tiere befinden. Vermeiden Sie auch ohne Kontrolle in Bereichen zu mähen, die nicht einsehbar sind, wie z.B. unter Hecken und Sträuchern.
- Auch bei der Verwendung von Rasenkantenschneidern ist Vorsicht geboten: Prüfen Sie vor der Nutzung an schlecht einsehbaren Stellen, ob dort nicht gerade ein Igel schläft!
- Wasserstellen wie Pools und Planschbecken sollten immer gesichert werden, entweder durch Abdecken oder durch eine Ausstiegshilfe. Dies gilt auch für Teiche ohne Flachwasserzone.
- Stellen Sie bitte keine Klappfallen für Mäuse/Ratten auf! Diese verletzen die Igel oftmals schwer (z.B. durch das Abtrennen von Gliedmaßen), sodass diese nur noch eingeschläfert werden können. Verwenden Sie auch bitte kein Rattengift! Dieses wird leider auch von Igeln und anderen Tieren aufgenommen.
2. Igel gezielt unterstützen:
- Stellen Sie Schälchen mit frischem Wasser in Ihrem Garten auf und reinigen Sie diese regelmäßig. Darüber freuen sich auch andere Wildtiere.
- Igel bevorzugen naturnahe Gärten mit vielen Versteckmöglichkeiten. Ein Haufen aus Laub oder Ästen bietet ihnen einen tollen Unterschlupf. Wilde Ecken im Garten bieten zusätzlichen Schutz.
- Fahren Sie mit dem Auto (v.a. in den Abendstunden) besonders vorsichtig. Die Tiere laufen dann oft über die Straße, um sich von Garten zu Garten zu bewegen.
- Vermeiden Sie es, bestehende Gebüsche oder zugewachsene Ecken aufzuräumen (v.a. in der Brut- und Setzzeit!). Die ersten Igelwelpen wurden bereits geboren und brauchen besondere Ruhe und Schutz.
- Igel laufen auf Futtersuche oft kilometerweit umher. Ein kleines Loch im Zaun oder eine Unterführung helfen enorm.
- Igel können zugefüttert werden. Bitte kein im Handel erhältliches "Igelfutter" verwenden, da dieses nicht den Bedürfnissen der Igel entspricht. Besser eignet sich ein hochwertiges Katzenfutter mit mindestens 60% Fleischanteil. (Gutes Katzenfutter enthält weder Getreide, noch Zucker! Igel sind - wie Katzen - reine Fleischfresser.
Der Igel gehört zu den besonders geschützten Tierarten und ist ein toller Gartengenosse. Er ist ein Nützling, der viele Schädlinge frisst und in der Nacht durch die Gartenkolonie streift.
Sind Sie unsicher, wie Sie Igel in Ihrem Garten unterstützen können?
Melden Sie sich gerne bei unserer Fachberaterin Sabine Sackmann (Garten Nr. 16) oder per Mail bei Laura Polivka: lpolivka@web.de (Garten Nr. 17).
Dies ist ein Beitrag von Laura Polivka.




